Verordnung zur Medikamentengabe vom Hausarzt

Als eine Leistung der häuslichen Krankenpflege kann der behandelnde Arzt eine Verordnung zur Anleitung der Medikamenteneinnahme oder zur Medikamentengabe ausstellen. Die weitaus häufigste Verordnung in der täglichen Arbeit des mobilen Pflegedienst Karlsruhe ist die Verordnung zur Medikamentengabe. Dazu gehört das Richten der ärztlich verordneten Arzneimittel. Dieses geschieht in der Pflegedienstpraxis wöchentlich. Die Medikamente werden hierbei in Medikamentendosetten individuell für die jeweilige Person von einer examinierten Pflegekraft nach Medikamentenplan gerichtet und geprüft. In diesem Zusammenhang geschieht auch die Kontrolle, ob die Medikamente regelmäßig eingenommen wurden. Ferner ist das Verabreichen von ärztlich verordneten Arzneimitteln, wie z.B. Tabletten, Augentropfen, Insulin oder anderen Medikamenten nach einer entsprechenden Indikation verordnungsfähig und wird nach Genehmigung der Krankenkasse vom Pflegedienst übernommen.

 

Was bedeutet Indikation im Zusammenhang mit der Verordnung der Medikamentengabe?

Indikation (lat.: indicare="anzeigen") bedeutet im übertragenen Sinn, welche medizinische Maßnahme bei einem Krankheitsbild angebracht ist und zum Einsatz kommen soll. So kann u.U. die Anleitung zur Medikamenteneinnahme schon eine ausreichend sinnvolle Maßnahme sein, um den Patienten oder dessen Angehörige zu befähigen, die Medikamenteneinnahme- bzw. gabe selbstständig nach entsprechender Anleitung durchzuführen. Der Arzt kann diese Anleitung bis zu 10x verordnen.

 

Lebt der Patient allerdings alleine und ist nicht mehr in der Lage, seine Medikamente selbst zu richten und/oder korrekt einzunehmen, wäre eine Verordnung zur Medikamentengabe angebracht. Eine solche Situation kann z.B. bei einer starken Einschränkung der geistigen oder körperlichen Leistungsfähigkeit gegeben sein. Häufig sind dies körperliche Einschränkungen der Fein- oder Grobmotorik (wie z.B. Zittern, Bewegungseinschränkungen) oder eine ausgeprägte Sehschwäche. Bei Menschen, die an einer beginnenden demenziellen Erkrankung leiden, kann z.B. das kooperative Verhalten derart gestört sein, dass eine medikamentöse Therapie durch den Pflegedienst sichergestellt werden muß.

In der Regel erkennt der behandelnde Arzt die Notwendigkeit einer entsprechenden Verordnung und wird dementsprechend handeln.

 

Wer übernimmt die Kosten der Medikamentengabe durch den Pflegedienst

Die Verordnung der Anleitung zur Medikamenteneinnahme oder zum Bereitstellen/ Verabreichen von Medikamenten ist eine Leistung der häuslichen Krankenpflege ( Krankenkasse) und unabhängig davon, ob Sie in einen Pflegegrad eingestuft sind. Die gesetzliche Grundlage ist im SGB V, § 37 Abs. 2 geregelt https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__37.html

 

Noch ein Wort zu Medikamenten bei alten Menschen

Bei der täglichen Arbeit mit alten Menschen haben besonders unsere Pflegeschüler oft den Eindruck, je älter desto mehr Medikamente! Dies ist einerseits der Zunahme von Mehrfacherkrankungen im Alter geschuldet, andererseits aber auch einem zu leichtfertigen Umgang mit Medikamenten. So gingen 2010 66% der Arzneimittelverordnungen an Menschen > 60 Jahren. Die frei verkäuflichen Medikamente sind hier noch gar nicht berücksichtigt.

Die wenigsten Verbraucher wissen, dass die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten oft altersabhängig sein können. Ein anderes Problem im Alter ist die sog. Polymedikation. Darunter versteht man eine Mehrfachmedikation mit dem Risiko, dass sich einzelne Medikamente nicht miteinander vertragen bzw. Wirkung oder Nebenwirkung einander hemmen oder verstärken. Dadurch können Beschwerden auftreten, die normalen Altersbeschwerden ähneln und deshalb auch schwer als Nebenwirkung zu indentifizieren sind. So z.B. Probleme beim Wasserlassen, Schlafstörungen, Übelkeit, Schwindel, um nur einige zu nennen.

Welche Medikamente für Sie oder Ihre Angehörigen möglicherweise ungeeignet sind, können Sie mit Hilfe der  PRISCUS Liste recherchieren: http://medikamente-im-alter.de/priscus.html

 

Unter Gesundheit verstehe ich nicht das "Freisein von Beeinträchtigungen", sondern die Kraft, mit ihnen zu leben.

                                                  Johann Wolfgang von Goethe


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 Aktualisiert: 15.03.2018